Dienstag, 26. März 2019

Hintergründe zum Fund der Emailscheibenfibel in Böddenstedt


Um 800 n. Chr. kämpften die Sachsen auch in unserer Region jahrzehntelang gegen die Franken unter Karl dem Großen; sie unterlagen und wurden zwangsweise zum Christentum bekehrt.
Fibel wie die aus Böddenstedt waren derzeit wertvoll und wohl nur im Besitz der Oberschicht. 

Die sächsischen Adeligen arrangierten sich zum großen Teil mit den Eroberern, ließen sich taufen und erhielten einflussreiche Posten im Reich der Franken, sie wurden so bald zu machtvollen Herrschern.
Schon rund 100 Jahre nach der Unterwerfung der Sachsen wurde Heinrich I. aus dem Geschlecht der sächsischen Liudolfinger König, sein Sohn Otto I. Kaiser des Frankenreiches.

Hintergründe zu dieser Zeit bietet die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Damals“ 4/2019; im Landesmuseum Hannover wird ab 05.04.2019 dazu eine Ausstellung mit archäologischen Funden zu den Sachsen gezeigt.






Text: Horst Löbert

Sonntag, 17. März 2019

Böddenstedt, Fibel um das Jahr 800 n. Chr. gefunden



Böddenstedt besteht seit mindestens 1200 Jahren.

1197 wird das Dorf – neben vielen anderen – erstmals in einer Urkunde erwähnt, dies geschah im Rahmen eines Rechtsgeschäftes.
Das Jahr der Gründung des heutigen Dorfes ist unbekannt und kann nur durch archäologische Untersuchungen annähernd datiert werden.
Im Rahmen der geplanten „Dorfchronik“ werden auch archäologische Untersuchungen angestellt.
Bislang älteste Funde waren Scherben und Befunde auf den Hofgrundstücken Mühlenstraße 6 und 10, die eine Besiedlung in der Zeit um 900 n. Chr. Geburt legen.
Durch intensivere Suche auf Gärten und Feldern wurde soeben ein besonderer Fund gemacht: Eine Fibel, die von Archäologen in die Jahrzehnte um 800 n. Chr. Geburt datiert wird.
Das diese runde Scheibe aus Bronze bemerkt wurde ist dem Einsatz von Metalldetektoren zu verdanken.
Als „Fibel“ bezeichnen Archäologen Trachtbestandteile, die wie eine Sicherheitsnadel das Gewand zusammenhalten und als Schmuckstück angesteckt werden können – Fibeln unterschiedlicher Form gibt es bereits seit der Bronzezeit (1.800 – 800 v. Chr.)
Die gefundene Fibel ist eine „Emailscheibenfibel vom Typ Goddelsheim“ – heute würde man dieses Schmuckstück als „Button“ bezeichnen. Ihre Oberseite ist aus farbiger Email mit einem vierarmigen Kreuz verziert.

Aus dem Landkreis Uelzen ist bislang nur eine vergleichbare Fibel aus Altenmedingen bekannt, sie stammt von dem vor Jahrzehnten ausgegrabenen frühchristlichen Friedhof am Windmühlenberg.

Für die Ortsgeschichte Böddenstedts und darüber hinaus für die Kulturgeschichte der Lüneburger Heide ist der neue Fund bedeutsam, die Fibel wurde dem Uelzener Kreisarchäologen Dr. Mahler übergeben.

Nach den bisherigen Erkenntnissen ist dieses der zehnte Fund einer solchen Fibel in Zentraleuropa.

Scheibenfibel Typ Goddelsheim aus Böddenstedt
Durchmesser ca. 2,2 cm
Fundstelle: 82
Gefunden am 23.02.2019


Text: Dr. Horst Löbert
Foto: Bezirksarchäologie Lüneburg


Donnerstag, 14. März 2019

Matthias Stührwoldt liest vor


Katrin Brammer hat den Buchautoren und Bauern 
Matthias Stührwoldt zu einer Vorlesung

am Sonntag, 17.03.2019

um 16.30 Uhr

nach Böddenstedt in Puck`s Gasthaus einladen können.

 

Matthias Stührwoldt ist ein deutscher Bauer und Autor. Er lebt in Stolpe im Kreis Plön in Schleswig-Holstein und schreibt, vor allem in niederdeutscher Sprache, Geschichten und Gedichte über das Leben auf dem Land in Norddeutschland.





Seit 2010 ist er auch Autor von plattdeutschen Radiogeschichten der NDR-Sendereihe „Hör mal`n beten to“.

Hier ein kleiner Video Film als Vorgeschmack:

 
Es ist jeder herzlich willkommen. 
Um eine kleine Spende (10 € pro Person) wird gebeten.