Mittwoch, 24. Mai 2017

Schwarzgelb durch die Nacht



Feuersalamander sorgen für Vielfalt im Ort

Böddenstedt.  Sobald es dunkel wird, geht Monika Neumann nur sehr vorsichtig und mit suchendem Blick durch den Garten. Auf dem Weg zur Straße kriechen an warmen, feuchten Abenden schwarzgelbe Feuersalamander über den Gehweg. Im Schutz der Dunkelheit gehen die Amphibien auf die Jagd nach Würmen und Nacktschnecken, während sie sich tagsüber gut versteckt unter Steinen und morschen Holzstubben verkriechen.

Das kleine Laubwaldgebiet bei Böddenstedt durchfließt der Stahlbach mit seinem sommerkalten, sauerstoffreichen Wasser. Monika Neumann freut sich über die kleinen „Regenmännchen“ im Stahlbachtal, da das Kriechtier zu den seltenen Tierarten im Landkreis Uelzen gehört. In diesem Zusammenhang sollen Daten und Bildmaterial gesammelt werden, um die Nachweise der heimlichen Amphibien zu dokumentieren.

In der Vergangenheit sahen die Menschen in den Feuersalamandern ein dämonisches Wesen, das in der Dunkelheit aus der Erde steigt. Die Hoffnung, dass man mit den Tieren Feuer löschen kann, indem man sie lebendig in den Brand warf, hat sich auch nicht bestätigt. Die schwarzgelbe Haut der Amphibien ist nur schwach giftig und soll ihren Fressfeinden den Appetit verderben. Jeder Feuersalamander hat ein individuelles Farbmuster, so dass die nächtlichen Jäger sehr leicht wiederzuerkennen sind.

Feuersalamander verstecken sich sehr gerne unter aufgeschichtetem Brennholz im Garten. Wer die Tiere findet, kann das gerne an den Naturschutzbund NABU in Uelzen melden (Tel. 0581-9739 8654). Die Amphibien sind gefährdet durch Gewässerverschmutzung, intensiver Waldnutzung und den Straßen- und Wegebau, so dass der Erhalt von Feuchtwäldern in der Heideregion sehr wichtig ist.

Text: Thomas Dorschner
Fotos: Monika Neumann

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