Donnerstag, 10. November 2016

Bericht über die Feierstunde zu unserem Jubiläumssportfest 2016

70 Jahre VfL „Sportfreunde“ Böddenstedt e. V.
Im Namen des Vorstandes und des Organisationskomitees begrüßte der Vorsitzende, Burkhard Drögemüller zahlreiche Sportfreundinnen und Sportfreude zu der Feierstunde. Ganz besonders begrüßte er sieben Mitglieder, die den Verein vor 70 Jahren gegründet haben oder im selben Jahr eingetreten sind.

Es begann mit einem Ausflug in die Zeit 1945 / 1946
Heinrich Drögemüller (Mitbegründer), als Einheimischer, damals 18 Jahre jung, berichtete, dass nach dem Kriegsende 1945 die Einwohnerzahl Böddenstedts durch Ausgebombte, Flüchtlinge und Vertriebene von 400 auf 900 anschwoll. Alle unterzubringen war damals keine leichte Aufgabe aber für die meisten Einheimischen selbstverständliche Pflicht. Häuser und Nebengebäude waren voller Menschen. Lebensmittel, Kleidung und Schuhe gab es nur auf Marken oder Bezugsschein. Autos und Telefone gab es kaum, selbst Radios und Fahrräder waren rar.
Nach der Arbeit trafen sich die jungen Männer oft auf Hilmers Wiese im Allerkamp zum Ballspielen – Handball vor allem, denn das konnte man barfuß spielen – Fußballschuhe gab es ja nicht.
Willi Schenk (Mitbegründer), als Zugereister aus Rusdorf an der Oder in Brandenburg damals 15 Jahre jung, berichtete in bewegten Worten von der abenteuerlichen nächtlichen Flucht, von Bombenangriffen, langer Zugfahrt, Unterbrechung der Fahrt nach Bombenangriff auf den Bahnhof Uelzen und schließlich die Fahrt im Mühlenwagen nach Böddenstedt. Dort wurde man freundlich aufgenommen. Dankbar blickte er auf diese Zeit zurück, denn besonders der Sport, zunächst auf der Wiese, dann im Sportverein bewirkte, dass er hier eine neue Gemeinschaft und eine neue Heimat fand. „Danke Böddenstedt, danke VfL“, schloss er seine Ausführungen.
Gespielt wurde auf unserem Sportplatz in der Ortheide, Sand in der Mitte, Gras an den Seiten, dazu Heide und rechts hinten ein Brombeergebüsch. Die Linien wurden abgestreut mit Sägespänen.
Umkleiden konnte man sich in einer Bretterbude. Eine Errungenschaft Anfang der 60 er Jahre waren die Waschschüsseln (Plastik in hellblau und hellgrün) an der Handpumpe. Da wuschen sich die Fußballer nach dem Spiel.
Wer im Jahr 1960 mit dem Fußball anfing, den führte einer der ersten Wege zum Schuster Cohrs in Böddenstedt. Der hatte nämlich ein Regal mit Fußballschuhen, gebrauchte natürlich, im Besitz des VfL.

Schusters Vater hat die passenden Schuhe herausgesucht, sie repariert und neue Stollen d´runtergenagelt, so etwa 2 - 3 Mark 50 hat das gekostet und dann ging es los. Mitgliedsbeitrag war damals 70 Pfennig

Bauvorhaben
Seit 1969 wurde unser Sportgelände angeleitet und motiviert durch den Vorstand, mit ganz viel Eigenleistung der Mitglieder, Unterstützung durch die örtlichen Handwerksfirmen und Landwirte finanzielle Förderung durch Landessportbund, Landkreis und Gemeinde in vielen Bauabschnitten immer weiter ausgebaut.

• 1969 erster Bau eines Umkleideraumes in Stein mit Duschraum und Toiletten
• 1971 Waldfläche gerodet, Bau des B- Platzes
• 1972 Anlage des Rasenplatzes 1800 m3 Mutterboden angefahren oft 30/40 Helfer an Sonnabenden und anderen arbeitsfreien Tagen.
• 1974 eigener Brunnen
• 1980 Vergrößerung des Vereinsheims
• 1981 Baubeginn 2 Tennisplätze
• 1985 nächste Erweiterung des Vereinsheims
• 1991 Errichtung einer zeitgemäßen Barriere

B. Drögemüller: Gerhard Appelt, du warst als Geschäftsführer, 2. Und 1. Vorsitzender maßgeblich an den Bauvorhaben als Anlasser und Motor beteiligt – dir stellvertretend für die vielen Motoren und Helfer – lebende und verstorbene ganz, ganz, ganz herzlichen Dank.
Zeitgleich gab es einen Boom von Mitgliedern und Sportlern
- Zeitweise 3 Herrenfußballmannschaften, 2 Altherrenmannschaften, diverse Jugendmannschaften, Frauenfußball seit 1971
Zum 25. Vereinsjubiläum spielte eine zuvor leicht trainierte Gruppe Mädchen und Frauen gegen den Vorstand und Gemeinderat
- Bei Sportfesten hatten wir über 1000 Zuschauer,
- bei Kameradschaftsabenden platze der Saal aus allen Nähten, 220 Zuschauer fasste der Saal, da aber über 250 angemeldet waren, musste zusätzlich im Klubzimmer (mit eingeschränkter Sicht) eingedeckt werden – um einen guten Platz zu ergattern, wurden die Männer mehr als eine Stunde vor Beginn losgeschickt, um für sich und ihre sich noch nicht ganz fertig ´aufgebrezelten´ Frauen einen gute Platz zu sichern. Sketche, Theaterstücke , Essen, Musik und Tanz.
- Aus dem reinen Fußballverein entwickelte sich ein Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft und Treffpunkt für ehemalige Dorfbewohner aus nah und fern

• Kegeln 1975
• Kaffeegarten seit 1978 Bewirtungsteam der Damen jeden Sonntag bei Fußballspielen und Sportfesten
• Leichtathletik Sportabzeichen
• Tennis 1982 ab es einen großen Boom, zwei Plätze wurden gebaut
• Hallensport: Seit 1992 zunächst in der Turnhalle Suderburg auf kleiner Flamme
• Gymnastikhalle besteht 10 Jahre

Anlasser Gerhard Appelt, Planer Walter Schenk, Aufstellung des Gerüstes, Ausleihe von Fahrzeugen, Maschinen und immer wieder Ratgeber Bauorganisator und Vorarbeiter Werner Schunke über 100 ehrenamtliche Helfer, 5000 Stunden, z. B. Horst Luhmann 1000 Maschinenstunden

Die Gymnastikhalle, schnuckeliges Schmuckstück unseres Vereins wurde 2 Jahre lang gebaut und im Januar 2006 eingeweiht. Die Halle bereichert seitdem unser Sportangebot besonders für Ältere, für Frauen und für Kinder und folgt damit dem Trend: Freizeit- und Gesundheitssport.

Mit Joga, Seniorengymnastik, Frauengymnastik, Rückengymnastik, Männersportgruppe, Jazzgymnastik für Kinder und Jugendliche, Badminton, Stepp-aerobic wurde begonnen und von den Mitgliedern eifrig genutzt. Die Zahl der aktiven Vereinsmitglieder wurde mehr als verdoppelt.
Im Jahr 2010 kam noch Kampfkunst (Aikido/Bujinkan Tai Jutsu) hinzu.
Seit dem Jahr 2015 gibt es wegen der vielen jungen Kinder und jungen Familien eine Eltern-Kind-Gruppe.

Geehrt wurden für 70 Jahre Mitgliedschaft: Karl Heinz Appelt, Heinz Benthien, Heinrich Drögemüller, Erwin Krähe, Siegfried Lilje, Erwin Schenk und Willi Schenk. B. Drögemüller:“ Ihr seid die noch lebenden Mitglieder aus dem Gründungsjahr, euch gebührt ganz, ganz großer Dank für die Gründung des Vereins – Ihr habe damit und mit eurem weiteren vielfältigen Einsatz im Verein und in der Gesellschaft nicht nur zu dem Aufblühen unsere VfL „Sportfreunde“ Böddenstedt beigetragen.

Ihr steht hier stellvertretend für die Vereinsmitglieder, die verstorbenen und die, die etwas später dazugekommenen, die dafür gesorgt haben, dass viele, viele junge wie ältere Menschen Sport treiben konnten und jetzt noch können, dass Menschen aus Brandenburg und Bessarabien, später aus Italien und Jugoslawien, aus Russland und Kasachstan und jetzt aus Kurdistan und Syrien hier wieder eine neue Heimat finden konnten und können.

Ihr seid die Generation, die Deutschland wieder aufgebaut haben zu einem Gott sei Dank demokratischen Staat.“
Der Posaunenchor ist dem VfL freundschaftlich verbunden, gab ein musikalisches Grußwort

Grußworte sprachen:• der Bundestagsabgeordnete Henning Otte,
• der Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer,
• der Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz,
• der Gemeindebürgermeister Hans-Hermann Hoff,
• die Mitglieder des Rates der Gemeinde und Samtgemeinde, besonders natürlich unsere Ratsvertreter aus Böddenstedt,
•  der Vertreter des Niedersächsischen Fußballverbandes Kreis Uelzen, Gerd Lüthge
• die Vertreter der Nachbarvereine, mit denen wir freundschaftlich verbunden sind
• Egbert Giese MTV Gerdau,
• Karsten Scherer TSV Hösseringen
• Außerdem bezeigten einige Ratsmitglieder ihr Interesse.


Großen Dank gab es für das Organisationsteam für das Jubiläumssportfest: Marion Dreyer, Anja Timm, Ines Schenk, Maik Benthien, Matthias Salge, Benjamin Gießel, Jens-Walter Schenk

„Ihr habt gerödelt wie verrückt, habt Sponsoren, Mannschaften, Straße Sperren….. und weitere Programmpunkte geplant, durchorganisiert bis ins Kleinste und mit vielen, vielen weiteren Helfern ein Superfest zustande gebracht!“ Als kleinen Dank übereichte er einen Gutschein für ein gemeinsames Essen in einem Lokal der Umgebung.
Auch in Zukunft wollen Vorstand und Organisationsteam gemeinsam an einem Strang ziehen, möglichst in die gleiche Richtung und die vielen Knoten darin nach und nach lösen.

Burkhard Drögemüller

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