Dienstag, 17. November 2015

Fledermäuse im Wasserwerk


Ehemaliger Wasserspeicher wird zum Winterquartier für Fledermäuse ausgebaut.

Auf einer Anhöhe im Stahlbachtal zwischen Böddenstedt und Hamerstorf wurde ein stillgelegtes Wasserwerk zum Winterquartier für Fledermäuse hergerichtet. Gut versteckt zwischen Brombeeren und hohen Bäumen hat die bunkerähnliche Anlage aus Beton die Zeit überdauert. Nach der Stilllegung in den 1960er Jahren hat der Zahn der Zeit die Anlage für Fledermäuse und andere Tiere zugänglich gemacht.

Im Herbst suchen unsere heimischen Fledermäuse frostfreie Winterquartiere auf, um dort Winterschlaf zu halten. Um zum Winterquartier zu gelangen, unternehmen manche Arten weite Wanderungen. Viele unserer Arten sind ortstreu und suchen jahrelang dasselbe Versteck wieder auf. Forschungsergebnisse zeigen, dass sich die Fledermausarten aufgrund ihres Verhaltens in drei Gruppen einteilen lassen.

Zur Gruppe der Fernwanderer werden die Abendsegler und die Rauhautfledermäuse zugeordnet, die alljährlich zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren bis zu 2.000 Kilometer zurücklegen können. Zu den Regionalen Wanderern gehören das Große Mausohr und die Wasserfledermaus, die einen Entfernungsradius von 100 bis 200 Kilometern haben. Das Braune Langohr und die Bechsteinfledermaus gehören zur Gruppe der Stationären Arten, die keine weiten Wanderungen durchführen.

Die Fledermäuse leben während des Winterschlafs von ihren Fettreserven. Die Körpertemperatur senkt sich ab und ein entsprechend verlangsamter Stoffwechsel sorgt für einen geringen Energieverbrauch. Der Winterschlaf der Fledermäuse wird in Abständen durch kurze Wachperioden unterbrochen. In diesem Zeitraum können die Tiere trinken, oder den Hangplatz wechseln. Wenn es den Tieren zu kalt oder zu warm wird, fliegen sie innerhalb des Quartiers umher, auf der Suche nach einer günstigeren Schlafstelle. Bei Störungen wachen Fledermäuse unter größtem Energieaufwand innerhalb weniger Minuten auf, dadurch werden die Tiere geschwächt, da die Kraftreserven vorzeitig aufgebraucht werden.


Durch das Zusammenwirken vom Eigentümer, der BINGO-Umweltstiftung und dem NABU-Uelzen konnte zur Objektsicherung eine fledermausgerechte Holztür im Zugangsbereich des Wasserspeichers eingebaut werden. Mit dieser Maßnahme wurde sichergestellt, dass das ehemalige Wasserwerk zum störungsfreien Winterquartier weiter entwickelt werden kann.

Text/Konzeption: T. Dorschner
Layout: B. Witte

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