Sonntag, 27. September 2015

Hurra, wir sind Landessieger!

Liebe BöddenstedterInnen! 

Wir haben es geschafft und sind beim bundesweiten Wettbewerb dabei.

DANKE! Das haben wir gut gemacht!


Hier ist der offizielle Text der Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums:


Böddenstedt, Dudensen und Vrees sind die Sieger beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft"

Agrarminister Meyer: Großartige Leistungen aller Dörfer in der Endrunde

HANNOVER. Der 25. landesweite Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" ist entschieden. DieSieger kommen aus dem Landkreis Uelzen, der Region Hannover sowie dem Landkreis Emsland, teilte Landwirtschaftsminister Christian Meyer heute mit. Es sind die Orte Böddenstedt, Dudensen und Vrees. Die drei Dörfer wurden von der Landesbewertungskommission für den Bundeswettbewerb 2016 nominiert. „In allen 18 Dörfern der Endrunde haben wir ein herausragendes Engagement der Menschen festgestellt. Sie haben besonders eindrucksvolle Ideen umgesetzt und zukunftsträchtige Perspektiven für ihre Orte entwickelt", sagte Minister Meyer.
Leider konnten wir nur drei Dörfer nominieren, denen ich herzlich gratuliere. Ich danke allen teilnehmenden Dörfern für ihren tollen Einsatz. Sie zeigen, wie lebens- und liebenswert unser ländlicher Raum ist. Die drei nominierten Dörfer sind gute Botschafter unseres Landes im Bundeswettbewerb."

Die Jury unter Leitung des Landwirtschaftsministeriums hat an sechs Tagen im September 18 Dörfer in Niedersachsen bereist und bewertet. Die Teilnehmer an der Endausscheidung waren zuvor über Kreis- und Regionalwettbewerbe ausgewählt worden. Mit 221 Dörfern war die Teilnehmerzahl bei den Landkreiswettbewerben im Vergleich zum vorherigen Wettbewerb stabil geblieben, 55 Orte hatten schließlich am Vorentscheid des Landeswettbewerbes teilgenommen.

Die Bewertungskommission konnte in den besuchten Dörfern durchweg eine große Aufbruchstimmungfeststellen. Bei ganz unterschiedlichen Ausgangssituationen zeigten die Akteure in allen Dörfern, wie kreativ und ideenreich sie die Zukunft ihres Wohn- und Arbeitsumfeldes mitgestalten. „Nur der aktive Einsatz und die Mitwirkung der Dorfbewohner sichert eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum", so Minister Meyer. „In allen Dörfern erfolgt die Arbeit auf der Grundlage breiter Bürgerbeteiligung und der Einbindung der zahlreichen Vereine und Verbände mit viel bürgerschaftlichem Engagement. Darin liegt der eigentliche Gewinn für alle Dörfer."

Die Siegerdörfer zeichneten sich durch herausragende Initiativen und Projekte in den Bewertungskriterien aus, so die Bewertungskommission.

Das Dorf Böddenstedt im Landkreis Uelzen bestach insbesondere durch die Nachnutzung der kulturhistorischen Bausubstanz, die Aktivitäten der Jugend, die wirtschaftliche Entwicklung und das Bemühen, die naturräumlichen Potenziale zu erhalten.

Dudensen in der Region Hannover zeichnete sich durch viele gute Projekte in den einzelnen Bewertungskriterien aus, insbesondere aber durch das Nutzungskonzept der Kirche, die jetzt auch als Versammlungsraum dient, die Belebung der Ortsmitte durch den Mehrgenerationenplatz - mit Bolz-, Boule- und Beachvolleyballplatz - und sein besonders gutes Leitbild für die weitere Entwicklung.

Auch das Dorf Vrees aus dem Landkreis Emsland war in vielen Bereichen der Bewertungskriterien sehr gut aufgestellt. Insbesondere das Leitbild, die Initiativen im Klimaschutz und bei den erneuerbaren Energien sowie die Ansätze der dörflichen Siedlungsentwicklung - mit der Möglichkeit des Altwerdens im Dorf - überzeugten die Jury.

Alle weiteren 15 Dörfer der Endrunde erhalten Anerkennungen fürbesondere Leistungen, also einzelne sehr gelungene Projekte und Konzepte.

Aus dem ehemaligen Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden" ist 2005 der Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" hervorgegangen. Neben der Bebauung und der Gestaltung öffentlicher und privater Flächen soll die nachhaltige Entwicklung gefördert sowie das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben im Dorf gestärkt werden. Zugleich geht es um den Erhalt von historischer Bausubstanz und der Kulturlandschaft. Sowohl die Belange von Natur und Umwelt als auch der demografische Wandel und der Klimaschutz sollen bei den Projekten berücksichtigt werden.

Die gemeinsame Abschlussveranstaltung zum 25. Landeswettbewerb ist für den 4. November 2015 geplant.











Mittwoch, 16. September 2015

Unsere Projektmappe ist um einen Teil reicher geworden



Liebe BöddenstedterInnen,

unsere Projektmappe ist wieder erweitert worden. Hier in der linken Spalte könnt Ihr Euch die aktuelle Version herunterladen.

Freitag, 11. September 2015

Wir sind auf youtube!



Na ja, ist erstmal eine erste Testversion. Weiteres folgt!

DANKE!

Liebe BöddenstedterInnen!

Das war ein guter Tag. Danke ALLEN, die dabei waren und/oder sich eingebracht haben. Wir haben unser Bestes gegeben. Es hat alles prima geklappt, es waren viele Böddenstedter und auch Gäste vor Ort und haben uns begleitet. Die Stimmung super.


Anbei ein paar Fotos von unserem Rundgang, der allen gut gefallen hat.

Nun müssen wir bis zum 25. September warten, dann wird die Kommission das Ergebnis für Niedersachsen verkünden. Bestimmt haben sich die anderen Orte auch gut präsentiert, aber natürlich hoffen wir auf ein Weiterkommen. Egal, wie es weitergeht - wir haben schon ganz viel gewonnen!







Dienstag, 8. September 2015

Im Schatten der Schirmkiefer


Kleine Föhren erleben Geschichte mit vielen Pausen



Standfest und in sattem Grün wachsen seit vielen Jahren mehrstämmige Kiefern im Suderburger Land. Kleine Bäume mit schirmartigen Kronen, die schon sehr viel Geschichte erlebt haben. Im Schatten der Bäume wurden früher Speisen und Getränke kühl gelagert, während fleißige Hände die schweißtreibende Feldarbeit verrichtet haben. Nach schwerer Arbeit wurden im Schatten der Bäume Pausen abgehalten. Wegen ihrer besonderen Bedeutung für das Landvolk stehen diese Pausenbäume noch bis heute in der Kulturlandschaft. Viele freistehende Bäume sind aus dem Landschaftsbild verschwunden, weil sie einer industriellen Landwirtschaft im Wege stehen.
An den borkigen Kiefernstämmen sind kleine dreieckige Schilder mit der Aufschrift „Naturdenkmal“ befestigt. Bereits 1965 wurden die Kiefern auf ein Alter von 150 Jahren geschätzt und unter Schutz gestellt. Bei den Bäumen handelt es sich um autochthone, d.h. am Fundort vorkommende heimische Kiefern, die nach der Eiszeit das norddeutsche Tiefland besiedelten.
Zurzeit prägen forstgerechte, selektierte Kiefern das Landschaftsbild in der Lüneburger Heide. Die kleinen Kiefern sind auf Grund ihres eigenartigen Wuchses und des hohen Alters daher etwas Besonderes in der Heideregion.
Die Kiefer kann ein sehr hohes Alter erreichen und besiedelt extreme Habitate auf sandigen und felsigen Standorten.
Durch die Unterstützung regionaler Gärtnereien werden die geschichtsträchtigen Bäume vermehrt, und sollen in der Zukunft einen sicheren naturnahen Standort in der Landschaft erhalten. 


„Ein Schulhof voller Baumkinder“, so präsentiert Katrin Busse die kleinen Schirmkiefern in ihrer Gärtnerei in Böddenstedt. Im vergangenen Spätherbst wurden von der geschützten Schirmkiefer im Raum Holxen zapfen gepflückt, deren samen in den vergangenen Monaten zu kleinen Bäumen herangewachsen sind. Nun kommen die Nadelbäume für einige Jahre in die Baumschule um sie irgendwann an einen guten Platz in die Landschaft zu pflanzen.
Im Schatten der Schirmkiefer wurden in früheren Zeiten viele Pausen abgehalten. Bei der schweren Feldarbeit schützten die knorrigen Bäume vor Regenschauern und spendeten Schatten an heißen Tagen. Nur wenige Bäume sind weit verteilt im Landkreis Uelzen übriggeblieben. Gute nährstoffreiche Böden und eine Feldberegnung gefährden die Bäume zwischen en Feldern und sind Gründe, weshalb die anspruchslosen Bäume durch u starkes Wachstum häufig auseinanderbrechen.
„Die letzten ihrer Art“ sollen deshalb nachgezogen werden, damit auch in Zukunft Schirmkiefern das Landschaftsbild bereichern.
Die Arbeitsgruppe “Das Dorf in der Landschaft“ hat das Ziel ein Schirmkiefernbiotop in der Region zu errichten, in dem Insekten, Feldvögel und Wildkräuter einen Lebensraum finden.

Text und Fotos: Thomas Dorschner
Layout: Bernhard Witte 

Fledermäuse im Wald


Fledermäuse erhalten sichere Quartiere entlang der Heidebäche

Mit jedem Baum der fällt, verändert sich die Welt der Fledermäuse. Die unter Schutz stehenden Insektenjäger sind auf eine Vielzahl an Höhlen und Verstecken in ihren Lebensräumen angewiesen. Durch die intensive Waldnutzung werden häufig Tagesquartiere durch Baumfällungen zerstört, so dass ein Mangel an Baumhöhlen die Situation für Fledermäuse verschlechtert.
Mit der Aktion „Abendsegler im Bachtal“ wurden an zwei Standorten im Suderburger Land Quartierstandorte für Fledermäuse geschaffen. Durch das Anbringen von speziellen Fledermauskästen an Bäumen, wurde das Höhlenangebot für die Insektenjäger langfristig verbessert.
Das Stahlbachtal im Raum Böddenstedt, sowie eine Teichanlage bei Suderburg wurde vom Naturwart Thomas Dorschner als geeignete Standorte ausgewählt. Das Projekt wurde von der BINGO-Umweltstiftung und dem NABU-Uelzen gefördert und konnte mit Helfern der Arbeitsgruppe „Das Dorf in der Landschaft“ realisiert werden.
Die verschiedenen Fledermausarten stellen unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum. Als Kulturfolger nutzt die Gruppe der Hausfledermäuse gerne Dachböden, Giebel- und Wandverkleidungen als Tagesversteck.
Eine typische Fledermausart ist die Breitflügelfledermaus, die bereits in der Dämmerung durch den Ort Böddenstedt fliegt. Zusammen mit der Zwergfledermaus gehört sie zu den häufigsten Arten im Siedlungsbereich.

Der Große Abendsegler vertritt die Gruppe der Waldfledermäuse und bevorzugt große Laubwaldgebiete. Als Tagesquartier nutzt er verlassene Spechthöhlen, die von vielen anderen Tieren ebenfalls beansprucht werden. An dem Waldweg zwischen Böddenstedt und Hamerstorf kann man die Abendsegler im Licht der untergehenden Sonne bei ihren Sturzflügen beobachten. Die insektenreiche Bachlandschaft mit ihren Grünlandflächen und Laubwäldern sind gute Jagdgebiete für Fledermäuse. Zusammen mit den angebrachten Fledermauskästen wird das Projekt „Erlebnisraum Stahlbachtal-Mitte“ weiter zur Fledermausregion entwickelt und soll langfristig auf das gesamte Stahlbachtal von Bahnsen nach Holxen ausgeweitet werden.
Im Herbst verlassen die meisten Fledermäuse ihre Sommerreviere und wandern große Strecken, um in frostfreien Höhlen zu überwintern. Dabei fliegen die Flattertiere häufig entlang von Fließgewässern und sind auf ausreichende Tagesverstecke angewiesen. Nach dem Winterschlaf finden die geschwächten Tiere auf ihren Wanderrouten nur wenige Versteckmöglichkeiten, da brütende Vögel, wie Stare und Meisen, die Baumhöhlen besetzt haben.
Auf dem Rückflug in die vertrauten Sommerreviere lauern viele Gefahren. Durch die Ausbreitung der Waschbären hat sich die Situation für Waldfledermäuse verschlechtert. Als geschickte „Kletterkünstler“ kann er mit seinen flinken Pfoten in schwer zugängliche Baumhöhlen hineingreifen und Fledermausquartiere ausrauben.
Der Aufbau eines Fledermauskasten-Reviers wird empfohlen, wenn pro Hektar Wald weniger als zehn Höhlenbäume vorhanden sind. Fledermauskästen sind für echte Baumhöhlen kein Ersatz, sondern ein zusätzliches Angebot, um ein Abwandern der Handflügler zu vermeiden. Die Schaffung von Quartierstandorten hilft Tieren, auch in Zukunft strukturreiche Kulturlandschaften zu besiedeln.
Als Ideallebensräume für Fledermäuse gelten lichte Eichen-Buchenwälder, sowie Auwälder mit höhlenreichen Altbäumen. Spechte bevorzugen für den Höhlenbau Eichen, Buchen, Erlen und Eschen, die gerne von Fledermäusen genutzt werden. Auch in Nadelwäldern finden die Insektenjäger ausreichend Nahrung, gerade in Zeiträumen, wenn sich sogenannte „Schadinsekten“ massenhaft ausbreiten. Breite Wege und Schneisen mit einer mageren Vegetation sind zusätzliche Insektenlebensräume, die von einigen Fledermausarten bevorzugt abgeflogen werden.

Jeder Baum – ob lebendig oder abgestorben, bietet zahlreichen Tieren und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum. Daher wird ein konsequenter Schutz und Erhalt von Höhlenbäumen empfohlen. Werden Höhlen- und Spaltenbäume bei Standortbegehungen erkannt, sollten sie mit einem „H“ (Habitatbaum) markiert werden. Diese Praxis wird seit Jahren von Fachleuten durchgeführt und trägt dazu bei, dass Habitatbäume erhalten bleiben.
Über die Projekte „Fledermäuse im Dorf“ und „Abendsegler im Bachtal“ wurde viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Dadurch haben die „Kobolde der Nacht“ neue Freunde gefunden, so dass mit Rückhalt in der Bevölkerung weitere Aktionen erarbeitet werden können.
Text und Fotos: Thomas Dorschner  
Layout: Bernhard Witte