Sonntag, 24. August 2014

Achtung Satire!



Astbruch und Wolfsalarm

Unser Dorf hat Zukunft, wenn da nicht die leidigen Gefahrenquellen wären, die am Dorfrand lauern.
Die Gefahrenquellen im Suderburger Land gliedern sich wie folgt:

- Gefahr, durch Fallobst und Astbruch erschlagen zu werden
- Gefahr, von Wölfen angegriffen und zerrissen zu werden
- Gefahr, in der Amtsstube zugrunde verordnet zu werden

Wie gut, dass es Experten bei der Gemeinde Suderburg gibt, die den Blick für die tödliche Gefahr haben. Morsche Äste im dichten Kronendach alter Bäume werden mit geschultem Adlerauge erkannt und als Objekt des Unheils ausgewiesen. Sicherheit muss sein: Alle Fluchtwege, auch in ländlichen Regionen, müssen gefahrenfrei begehbar sein. Man stelle sich vor, eine Mutter mit Kinderwagen wird von einem Wolfsrudel durch das Stahlbachtal gehetzt. Dann muss auf den Fluchtwegen die sogenannte Verkehrssicherungspflicht gewährleistet sein. Morsche Äste könnten flüchtende Personen oder beutegreifenden Jägern im Naturerlebnisraum mittleres Stahlbachtal erschlagen und so das Gleichgewicht in der Nahrungskette beeinflussen. Erfahrene Landfrauen empfehlen bei täglichen Spazierfahrten mit dem Kinderwagen kleinere Mengen Schlachtabfälle mitzuführen. Bei Bedrohung durch große Beutegreifer können Futtergaben in Form von portionierten Innereien ausgelegt werden. Die drohende Wolfsgefahr wird dadurch gemindert und gibt Möglichkeiten zur Flucht aus der Gefahrenzone. Für den Transport eignen sich besonders die praxiserprobten Tupperdosen, die sich bei drohender Gefahr leicht öffnen lassen. Mit großer Begeisterung werden die Seminare für Plastedosen besucht. Das Modell AMAROK hat sich bereits in der Praxis bewährt und wurde im Rheinmetallgebiet erfolgreich von Landfrauen getestet. Mit dem Erwerb einer Fleischdose erhalten die Teilnehmerinnen ein Zertifikat als anerkannte Wolfsberaterin und werden Botschafter für die heimische Natur. Für die Ausweisung verkehrssicherer Fluchtwege mussten auf behördlicher Anweisung einige alte Eichen im Stahlbachtal gefällt werden. Für die Errichtung eines Zentrums für Wolfssicherheit und Zusammenarbeit ist ein Hindernisparcours geplant. Die fünf Meter langen Totholzstämme werden zum Hürdenlauf im Gelände platziert. Auf dem Übungsgelände zwischen den Feldern können Jungmütter mit Kinderwagen für die Begegnung mit dem Wolfsrudel trainieren. Den Bau von Wassergräben und kleinen Feuchtbiotopen soll durch die Bingo-Umweltlotterie finanziert werden. In Absprache mit der Jägerschaft sollen Hochsitze zu leicht erreichbaren Fluchttürmen umgebaut werden. Der Tourist in der Lüneburger Heide hat so die Gelegenheit, ein einzigartiges Naturschauspiel zu genießen. Einheimische Frauen flüchten mit Kinderwagen durch die Landschaft und verteilen einhändig Fleischpakete an hetzende Wolfsrudel in der aktiven Jagdphase.

Unser Dorf hat Zukunft, weil der Ort starke Frauen hat, die sich gut trainiert möglichen Wolfsattacken stellen, sowie kompetente Sicherheitsbeauftragte aus der zuständigen Gemeinde, die gleichzeitig die Landschaftsgestaltung in der Region übernehmen und so für baumfreie Fluchtwege zwischen den Feldern sorgen.

Der Experte für Kulturlandschaften rät trotzdem zur Vorsicht.
Grizzly Jones

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