Donnerstag, 17. Juli 2014

„Atemlos durch die Nacht“

Fledermausquartiere im Stahlbachtal – Die ersten zehn Kästen hängen in der Fledermausregion
In einer gemeinsamen Aktion haben Naturwart Thomas Dorschner, Walter Schenk und Waldbesitzer Adolf Stolte die ersten zehn Fledermauskästen im Stahlbachtal angebracht. Im Umfeld der Mehrzweckscheune zwischen Böddenstedt und Hamerstorf finden die Jäger der Nacht nun reichlich Verstecke an den Baumstämmen. Mit Einbruch der Dämmerung fliegen die großen Abendsegler über die Baumwipfel. Adolf Stolte informierte sich über die Funktion der Kästen, die von der Dorfgemeinschaft angeschafft wurden.
Der Flachkasten ist für alle spaltenbewohnenden Fledermausarten geeignet. Durch die Öffnung des Kastens nach unten können die Tierexkremente herausfallen, somit ist er wartungsfrei, das heißt, er muss nicht gereinigt werden. Bei der Anbringung in einer Höhe von vier bis sechs Metern ist auf das Vorhandensein einer freien und ungehinderten Anflugmöglichkeit zu achten. Eine gewisse Wassernähe an Seen und Bächen erweist sich stets als positiv bei der Besiedelung, dient sie doch als Nahrungsquelle. Da Fledermäuse zu spontanen Quartierwechseln neigen, sollten Fledermausquartiere immer in Gruppen von drei bis fünf Kästen aufgehängt werden.
Das Material besteht aus atmungsaktivem Holzbeton, ist spechtsicher, witterungsbeständig und lange haltbar. Gezielte Maßnahmen wie das Anbringen von Kästen sind hilfreiche Artenschutzmaßnahmen für die geschützten Insektenfresser.

Parallel zu der Aktion im Wald fanden auch neue Fledermauskästen ihren Platz in Böddenstedt. Im Rahmen der Aktion „Fledermäuse im Dorf“ wurden von der Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Otfried Dreyer Fledermauskästen an einer Scheune im Ort angebracht. Drei Stück nebeneinander und bunt bemalt sollen sie ebenso ein Blickfang sein, der zum Nachdenken anregt, wie ein Zuhause für die Jäger der Nacht. Initiiert wurde die Aktion von NABU-Mitglied Thomas Dorschner, der die Kästen auch entworfen hat. „Das Blau steht für den Himmel und das Wasser, das Rot für Feuer und Energie, Grün für Leben und Erde, Gold für den Wind, der alles in Bewegung hält und das Schwarz für den Menschen“, erläutert der Böddenstedter Naturschützer seine Idee. Deshalb tauchen diese Farben auf allen Kästen auf. Auf jedem Kasten ist außerdem ein Einhorn als Wappentier Böddenstedts zu sehen.
Im Rahmen des Projektes „Fledermäuse im Dorf“ sollten in Zukunft weitere Fledermausquartiere zwischen Böddenstedt und Hamerstorf angebracht werden.

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